Ernährung, Rauchen & Sport: Wie Risikofaktoren die Gesundheit beeinflussen (Statistiken) 2026

Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst. Neben genetischen Voraussetzungen spielen Ernährung, Bewegung, Rauchen, Körpergewicht, Alkohol und weitere Lebensbedingungen eine wichtige Rolle. Gerade bei sogenannten nicht übertragbaren Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Krebs und chronischen Atemwegserkrankungen können bestimmte Risikofaktoren die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich beeinflussen.

Die aktuellen Daten, die 2026 zur Verfügung stehen, zeigen dabei ein gemischtes Bild. Während der Anteil der Rauchenden langfristig zurückgegangen ist, hat die Verbreitung von Adipositas bei Erwachsenen zugenommen. Gleichzeitig erreicht nur ein relativ kleiner Teil der Erwachsenen die Kombination aus Ausdauer- und Muskelkräftigungsempfehlungen.

Risikofaktoren in Deutschland: Die wichtigsten Zahlen

Risikofaktor bzw. Gesundheitsverhalten Aktuelle verfügbare Statistik Einordnung
Rauchen 28,8 % der Erwachsenen im Jahr 2023 langfristig rückläufig, zuletzt weniger stark
Adipositas 19,7 % der Erwachsenen im Jahr 2023 deutlicher Anstieg seit 2003
Bewegung 26,3 % erreichten 2019 beide Bewegungsempfehlungen Mehrheit erreicht die Kombination nicht
Täglicher Obst- und Gemüsekonsum 34,8 % der Erwachsenen 2019 Frauen deutlich häufiger als Männer
Salzaufnahme durchschnittlich etwa 10 g/Tag DGE empfiehlt höchstens 6 g/Tag
Herz-Kreislauf-Erkrankungen etwa 40 % aller Sterbefälle führende Todesursachengruppe

Bei diesen Zahlen ist zu beachten, dass nicht alle Indikatoren aus demselben Erhebungsjahr stammen. Gesundheitsstatistiken werden mit unterschiedlichen Methoden und in unterschiedlichen Abständen erhoben. Deshalb sollte man die Werte nicht als eine einheitliche Momentaufnahme des Jahres 2026 verstehen.

Rauchen: Ein weiterhin wichtiger Gesundheitsrisikofaktor

Rauchen gehört zu den am besten untersuchten vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Das Robert Koch-Institut bezeichnet Tabakkonsum als eine führende Ursache vorzeitiger Sterblichkeit. Rauchen steht unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und verschiedene Krebserkrankungen in Verbindung.

Nach aktuellen RKI-Daten starben in Deutschland jedes Jahr etwa 127.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Hinzu kommen gesundheitliche Folgen durch regelmäßige Passivrauchbelastung.

Gleichzeitig ist der Anteil der Rauchenden langfristig zurückgegangen. Eine RKI-Auswertung für den Zeitraum 2003 bis 2023 zeigt einen Rückgang der Rauchprävalenz von 32,1 auf 28,8 Prozent bei Erwachsenen. Der Rückgang war insbesondere bei jüngeren Menschen und Personen mit höherem Bildungsstand zu beobachten. Zuletzt stagnierte die Entwicklung jedoch teilweise.

Damit bleibt Rauchen auch 2026 ein relevantes Thema der Gesundheitsprävention.

Rauchen und Krebs

Der Zusammenhang zwischen Tabakkonsum und Krebs ist besonders gut dokumentiert. Rauchen erhöht unter anderem das Risiko für Lungenkrebs, aber auch für verschiedene weitere Tumorerkrankungen.

Lungen- und Bronchialkrebs gehört in Deutschland weiterhin zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Tabakrauch enthält zahlreiche Stoffe, die krebserregend wirken können.

Dabei spielt nicht nur die Anzahl der täglich gerauchten Zigaretten eine Rolle. Auch die Dauer des Rauchens beeinflusst die gesundheitlichen Risiken. Ein Rauchstopp kann deshalb unabhängig vom Alter gesundheitliche Vorteile haben.

Ernährung: Nicht nur Kalorien zählen

Eine ausgewogene Ernährung beeinflusst unter anderem Körpergewicht, Blutdruck, Stoffwechsel und das Risiko bestimmter chronischer Erkrankungen. Dabei kommt es nicht auf ein einzelnes Lebensmittel an, sondern auf das gesamte Ernährungsmuster.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel. Dazu gehören Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und Samen.

Auch die Menge an stark verarbeiteten, besonders zucker-, salz- oder fettreichen Lebensmitteln spielt eine Rolle. Die DGE weist beispielsweise darauf hin, dass eine hohe Salzaufnahme den Blutdruck erhöhen kann und dadurch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt.

Obst und Gemüse: Die Statistik zeigt Nachholbedarf

Obst und Gemüse liefern unter anderem Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Trotzdem erreicht ein großer Teil der Bevölkerung die entsprechenden Ernährungsempfehlungen nicht regelmäßig.

Nach den aktuell verfügbaren RKI-Daten konsumierten 2019 lediglich 34,8 Prozent der Erwachsenen täglich Obst und Gemüse. Der Anteil lag bei Frauen mit 45,1 Prozent deutlich höher als bei Männern mit 24,1 Prozent.

Dabei empfiehlt die DGE insgesamt mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag. Für Erwachsene entspricht dies ungefähr 550 Gramm täglich.

Die Daten zeigen gleichzeitig Unterschiede nach Bildungsniveau. Personen mit höherem Bildungsstand gaben häufiger einen täglichen Obst- und Gemüsekonsum an als Personen aus der niedrigeren Bildungsgruppe.

Salz, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel

Nicht nur zu wenig Obst und Gemüse kann problematisch sein. Auch die Zusammensetzung der übrigen Ernährung ist entscheidend.

Die DGE empfiehlt, die tägliche Aufnahme von Speisesalz auf höchstens 6 Gramm zu begrenzen. Durchschnittlich werden in Deutschland jedoch etwa 10 Gramm Salz pro Tag aufgenommen. Ein großer Teil davon stammt nicht aus dem Salzstreuer, sondern aus verarbeiteten Lebensmitteln wie Brot, Käse, Wurst, Fertiggerichten und Fast Food.

Auch stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke können bei regelmäßig hohem Konsum zu einer hohen Energieaufnahme beitragen. Die DGE weist unter anderem auf Zusammenhänge mit Übergewicht und Typ-2-Diabetes hin.

Übergewicht und Adipositas nehmen zu

Ein besonders deutlicher langfristiger Trend zeigt sich beim Körpergewicht.

Eine RKI-Analyse von 2003 bis 2023 ergab, dass die Adipositasprävalenz bei Erwachsenen von 12,2 auf 19,7 Prozent gestiegen ist. Damit war 2023 etwa jeder fünfte Erwachsene von Adipositas betroffen. Der Anstieg zeigte sich über verschiedene Alters-, Geschlechts- und Bildungsgruppen hinweg.

Adipositas ist nicht lediglich eine Frage des Aussehens. Ein erhöhtes Körpergewicht kann unter anderem mit einem höheren Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und bestimmte Krebserkrankungen verbunden sein.

Gleichzeitig sollte die Statistik nicht dazu verwendet werden, einzelne Menschen anhand ihres Körpergewichts gesundheitlich zu beurteilen. Körpergewicht ist nur einer von mehreren Faktoren, die den individuellen Gesundheitszustand bestimmen.

Sport und Bewegung: Ein wichtiger Schutzfaktor

Regelmäßige körperliche Aktivität kann das Risiko verschiedener nicht übertragbarer Erkrankungen reduzieren. Dazu zählen unter anderem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes. Bewegung kann außerdem dabei helfen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und sich positiv auf die psychische Gesundheit auswirken.

Die WHO empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten körperliche Aktivität mittlerer Intensität pro Woche oder alternativ mindestens 75 Minuten intensive Aktivität. Zusätzlich werden muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche empfohlen.

Dabei muss Bewegung nicht zwangsläufig im Fitnessstudio stattfinden. Radfahren, zügiges Gehen, Schwimmen, Wandern oder körperlich aktive Alltagswege können ebenfalls zur körperlichen Aktivität beitragen.

Nur rund ein Viertel erfüllt beide Bewegungsempfehlungen

Die deutschen Daten zeigen allerdings eine deutliche Lücke zwischen den Empfehlungen und dem tatsächlichen Bewegungsverhalten.

Nach den verfügbaren RKI-Daten erfüllten 2019 lediglich 26,3 Prozent der Erwachsenen sowohl die Empfehlung zur Ausdaueraktivität als auch zur Muskelkräftigung. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 43,4 Prozent. Bei Menschen über 80 Jahren lag der Anteil dagegen nur bei 10,2 Prozent.

Damit erreicht etwa drei Viertel der erwachsenen Bevölkerung die Kombination beider Empfehlungen nicht.

Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Menschen überhaupt keinen Sport treiben. Die Statistik misst konkret das Erreichen beider definierten Kriterien und nicht sämtliche Formen von Bewegung im Alltag.

Bewegungsmangel und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Das RKI nennt körperliche Inaktivität neben Rauchen und ungesunder Ernährung als einen wichtigen beeinflussbaren Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Adipositas gehören zu den relevanten Risikofaktoren.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland weiterhin die führende Todesursachengruppe und verursachen etwa 40 Prozent aller Sterbefälle.

Die verschiedenen Faktoren wirken dabei häufig zusammen. Bewegungsmangel kann beispielsweise eine Gewichtszunahme begünstigen, während eine ungünstige Ernährung wiederum das Risiko für Bluthochdruck oder Stoffwechselerkrankungen erhöhen kann.

Ernährung, Rauchen und Sport wirken nicht isoliert

Gesundheitsrisiken entstehen häufig durch eine Kombination verschiedener Faktoren. Ein einzelner Risikofaktor bestimmt normalerweise nicht allein, ob eine Person erkrankt.

Ein Beispiel ist das Herz-Kreislauf-System: Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und eine ungünstige Ernährung können jeweils zur Krankheitsentstehung beitragen. Gleichzeitig können einige dieser Faktoren miteinander verbunden sein.

Deshalb verfolgt moderne Prävention zunehmend einen ganzheitlichen Ansatz. Nicht nur das individuelle Verhalten, sondern auch die Lebensbedingungen spielen eine Rolle.

Warum Statistiken nicht auf den Einzelnen übertragen werden können

Gesundheitsstatistiken beschreiben Gruppen. Sie zeigen beispielsweise, wie häufig ein bestimmtes Verhalten in der Bevölkerung vorkommt oder wie stark ein bestimmter Risikofaktor mit einer Erkrankung verbunden ist.

Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch das persönliche Erkrankungsrisiko ableiten.

Alter, genetische Faktoren, Vorerkrankungen, Medikamente, berufliche Belastungen, sozioökonomische Faktoren und viele weitere Aspekte können die individuelle Situation verändern. Außerdem bedeutet ein statistischer Zusammenhang nicht automatisch, dass ein einzelner Faktor bei jeder Person die Erkrankung verursacht.

Welche Veränderungen können gesundheitlich sinnvoll sein?

Die verfügbaren Daten sprechen dafür, dass bereits alltägliche Verhaltensweisen für die langfristige Gesundheit relevant sein können. Dazu gehören beispielsweise:

  • regelmäßige körperliche Aktivität
  • möglichst abwechslungsreiche und überwiegend pflanzliche Ernährung
  • ausreichend Obst und Gemüse
  • weniger stark verarbeitete Lebensmittel
  • ein moderater Umgang mit Salz und zuckerreichen Lebensmitteln
  • Verzicht auf Tabak
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
  • ausreichend Schlaf und Erholung

Dabei muss nicht jeder Bereich gleichzeitig verändert werden. Kleine, dauerhaft umsetzbare Veränderungen können im Alltag leichter durchzuhalten sein als kurzfristige radikale Programme.

Risikofaktoren 2026: Was zeigen die Trends?

Die verfügbaren Daten zeichnen ein differenziertes Bild. Beim Rauchen ist über die vergangenen zwei Jahrzehnte ein Rückgang zu erkennen: Von 32,1 Prozent im Jahr 2003 sank die Prävalenz auf 28,8 Prozent im Jahr 2023. Gleichzeitig ist die Adipositasprävalenz im gleichen Zeitraum von 12,2 auf 19,7 Prozent gestiegen.

Beim Bewegungsverhalten zeigt sich ebenfalls ein deutlicher Präventionsbedarf. 2019 erreichte nur gut ein Viertel der Erwachsenen sowohl die Ausdauer- als auch die Muskelkräftigungsempfehlung.

Beim Ernährungsverhalten zeigen die Daten ebenfalls Verbesserungspotenzial: Nur 34,8 Prozent der Erwachsenen gaben 2019 an, täglich Obst und Gemüse zu essen.

Fazit

Ernährung, Rauchen und körperliche Aktivität gehören zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren für die Gesundheit. Die aktuellen deutschen Statistiken zeigen dabei sowohl Fortschritte als auch Herausforderungen.

Der Anteil der Rauchenden ist langfristig zurückgegangen, während die Adipositasprävalenz deutlich gestiegen ist. Gleichzeitig erreicht nur eine Minderheit der Erwachsenen die Kombination aus Ausdauer- und Muskelkräftigungsempfehlungen. Auch beim täglichen Obst- und Gemüsekonsum besteht noch Potenzial.

Die Daten machen deutlich, dass Prävention nicht auf einen einzelnen Faktor reduziert werden kann. Ein gesundheitsfördernder Lebensstil umfasst vielmehr mehrere Bereiche. Gleichzeitig sollten statistische Risikofaktoren immer im Zusammenhang mit Alter, genetischen Voraussetzungen, Vorerkrankungen und individuellen Lebensbedingungen betrachtet werden.

Für 2026 bleibt deshalb vor allem die Frage relevant, wie sich gesundheitsfördernde Lebensbedingungen schaffen lassen, die regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und ein Leben ohne Tabak im Alltag möglichst einfach machen.

Quellen und weiterführende Informationen

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