Der „High‑Protein“‑Trend ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen – getrieben von Fitness‑ und Gesundheitsbewusstsein, aber auch durch das Marketing der Lebensmittelindustrie. Statistiken und Marktanalysen geben Einblick, wie stark dieser Trend ist, welche Produkte gefragt sind und wie Experten dazu stehen.
Marktentwicklung & Konsumtrends
Marktgröße in Deutschland
- Der Deutsche Proteinmarkt (inkl. Nahrungsergänzung, Lebensmittel mit Proteinzusatz etc.) wird 2026 auf etwa 0,88 Mrd. USD geschätzt und soll bis 2031 auf 1,11 Mrd. USD wachsen – mit einem jährlichen Wachstum von etwa 4,7 %.
- Proteinprodukte werden zunehmend nicht nur im Sport‑ und Fitnessbereich, sondern im allgemeinen Lebensmittelmarkt nachgefragt.
Deutschland führend in Europa
- Deutschland wird im Jahr 2025 etwa 36 % Marktanteil am Protein‑Supplement‑Markt Europas haben. Damit ist es einer der größten Märkte in der Region – vor dem UK und Frankreich.
Konsumverhalten & Produkttrends
High‑Protein‑Lebensmittel im Alltag
- In Supermärkten und Drogerien wächst das Angebot: eiweißreiche Joghurts, Puddings, Riegel oder „High‑Protein“‑Brote gehören inzwischen zum Sortiment vieler Handelsketten.
- Statistiken zeigen, dass insbesondere proteinreiche Milchprodukte, wie Protein‑Joghurt oder ‑Pudding, bei Konsumenten beliebt sind – viele Befragte geben an, diese Produkte häufig oder sehr häufig zu kaufen (Erhebungsstudien 2025). (Statista)
Proteinzufuhr als Ernährungsaspekt
- In Umfragen zur Ernährung nennen viele Verbraucher „proteinreiche Ernährung“ als einen wichtigen Aspekt ihrer Ernährungsweise – als Teil eines gesunden Lebensstils. (Statista)
Wissenschaftliche & Gesundheitsperspektive
Proteinbedarf vs. Trends
- Ernährungsfachleute betonen: Der tägliche Proteinbedarf für einen gesunden Erwachsenen liegt bei etwa 0,8 g pro kg Körpergewicht – und kann durch eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten u. Ä. gedeckt werden.
- Auch Leistungssportler*innen erreichen ihren höheren Bedarf meist über normale Lebensmittel ohne spezielle Produkte. (Bundeszentrum für Ernährung)
DGE und Expertenkritik
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht viele High‑Protein‑Produkte als überflüssig an, da die Mehrheit der Bevölkerung ohnehin genug Eiweiß über herkömmliche Lebensmittel aufnimmt. (DGE)
- Außerdem kritisieren Verbraucherschützer, dass viele „proteinreiche“ Produkte teurer sind als vergleichbare normale Lebensmittel und manchmal auch mehr Zucker oder Zusatzstoffe enthalten. (DIE WELT)
Zusammenfassung: Der High‑Protein‑Trend in Zahlen
| Kategorie | Tendenz / Zahl |
|---|---|
| Wachstum des Proteinmarktes DE (2026–2031) | von ~0,88 auf ~1,11 Mrd. USD (+4,7 % p.a.) (Mordor Intelligence) |
| Europa‑Marktanteil Deutschlands (Protein‑Supplements) | ca. 36 % (2025) (Global Growth Insights) |
| Häufigkeit des Kaufs proteinreicher Milchprodukte | viele Befragte kaufen sie „häufig/ sehr häufig“ (Statista) |
| Empfehlung der DGE für tägliche Proteinzufuhr | 0,8 g/kg Körpergewicht (Bundeszentrum für Ernährung) |
Fazit
Der High‑Protein‑Trend ist in Deutschland und international deutlich spürbar – sowohl im Markt für Lebensmittel als auch bei Verbraucherpräferenzen. Der Markt wächst, und proteinreiche Produkte sind in vielen Supermarktregalen präsent. Gleichzeitig warnen Ernährungsexpert*innen: Für die meisten Menschen ist eine ausgewogene Ernährung völlig ausreichend, und High‑Protein‑Produkte sind oft teurer und nicht automatisch gesünder. (DGE)