Arzt verhält sich unverschämt – was Patientinnen und Patienten tun können

Ein Arztbesuch erfordert Vertrauen. Umso belastender ist es, wenn sich ein Arzt oder eine Ärztin unverschämt, respektlos oder herablassend verhält. Solches Verhalten ist kein Einzelfall – aber auch nicht hinzunehmen. Betroffene sollten wissen, welche Möglichkeiten sie haben.


Was gilt als unverschämtes Verhalten?

Unangemessenes Verhalten kann viele Formen annehmen, zum Beispiel:

  • respektlose oder abwertende Kommentare
  • fehlende Aufklärung oder „Abwürgen“ von Fragen
  • ironische, spöttische oder belehrende Aussagen
  • mangelnde Empathie bei sensiblen Themen
  • grober Tonfall oder offensichtliche Ungeduld

Wichtig: Auch wenn Ärztinnen und Ärzte unter Zeitdruck stehen – Respekt und Würde sind nicht verhandelbar.


Wie sollte man im Moment reagieren?

Wenn es sich sicher anfühlt, kann eine ruhige, klare Rückmeldung helfen, etwa:

  • „Ich fühle mich gerade nicht ernst genommen.“
  • „Bitte erklären Sie mir das in Ruhe.“

Manchmal ist sich die andere Person der Wirkung ihres Verhaltens nicht bewusst.


Arzt wechseln – völlig legitim

Patientinnen und Patienten haben das Recht, den Arzt zu wechseln. Wenn:

  • man sich dauerhaft unwohl fühlt
  • kein Vertrauensverhältnis entsteht
  • Gespräche regelmäßig respektlos verlaufen

ist ein Wechsel oft der gesündeste Schritt – sowohl emotional als auch medizinisch.


Beschwerde einreichen: Ihre Rechte

Bei schwerem oder wiederholtem Fehlverhalten können Beschwerden sinnvoll sein:

  • Praxisleitung oder Klinikverwaltung
  • Kassenärztliche Vereinigung (KV)
  • Ärztekammer des jeweiligen Bundeslands

Eine sachliche, schriftliche Schilderung mit Datum, Ort und konkreten Aussagen erhöht die Erfolgsaussichten.


Dokumentation hilft

Notieren Sie:

  • Datum und Uhrzeit des Termins
  • Namen der beteiligten Personen
  • konkrete Aussagen oder Handlungen
  • mögliche Zeugen

Diese Informationen sind bei einer Beschwerde sehr hilfreich.


Emotionale Folgen ernst nehmen

Unverschämtes Verhalten kann verunsichern, beschämen oder sogar davon abhalten, weitere medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das ist besonders problematisch. Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden stehen an erster Stelle.


Fazit

Ein Arzt, der sich unverschämt verhält, überschreitet eine klare Grenze. Patientinnen und Patienten müssen das nicht akzeptieren. Ob durch ein klärendes Gespräch, einen Arztwechsel oder eine offizielle Beschwerde – es gibt Wege, sich zu schützen und ernst genommen zu werden. Respekt ist ein Grundrecht, auch im Behandlungszimmer.

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